Review: MARVEL Star Wars #1

Es ist soweit! Das STAR WARS Jahr 2015 beginnt mit einem fulminanten Einstieg in eine neue Comic Ära, geboren in den heiligen Hallen des Comic-Studios MARVEL.

Der König ist tot. Es lebe der König!

STAR WARS und Comics vollziehen nun schon über viele Jahre hinweg eine lukrative Ehe. Was bereits 1977 mit den ersten STAR WARS Comics von MARVEL begann, wurde von 1991 an durch glorreiche Werke aus dem Hause Dark Horse Comics umfangreich erweitert.

Auf den Disney/Lucasfilm Deal folgend verlor Dark Horse zum Jahreswechsel 2014/2015 die STAR WARS Lizenz zugunsten der MARVEL Studios (die selbst ein Teil des Disney Konzerns sind). Wer wollte, konnte sich in diesem Zusammenhang die Gesamtkollektion aller 568 Dark Horse STAR WARS Comics in digitaler Form für läppische 300$ aneignen.

Der Übernahme durch Disney ebenfalls zum Opfer gefallen ist der größte Teil des Expanded Universe. Auch die Dark Horse Geschichten zählen somit nunmehr zu den STAR WARS „Legends„. Im Klartext bedeutet das: Alle in diesen Comics erzählten Geschichten sind nicht mehr Teils des offiziellen Kanons, also keine „Realität“ mehr innerhalb des STAR WARS Universums.

Alles neu macht der Januar

Am 14. Januar 2015 veröffentlichte MARVEL die erste Ausgabe ihres STAR WARS Neustarts in den USA. Hierzulande kann die englischsprachige Originalausgabe über gutsortierte Comic-Fachhändler oder in digitaler Form bei MARVEL oder Comixology erworben werden. Ein offizieller Releasetermin der Printausgabe in Deutschland ist mir derzeit nicht bekannt.

Ich möchte Euch an dieser Stelle nicht mit all zu viel Trivia über die Produktion des Comics behelligen, das können andere durchaus besser als ich. Ich möchte hier lediglich meinen kurzen Ersteindruck von diesem Produkt kundtun!

Produktdaten

  • Story: Jason Aaron
  • Cover: John Cassaday (zumindest das Standard-Cover)
  • Zeichnungen: John Cassaday
  • Umfang: 48 Seiten

Galerie

Cover

Ich selbst habe die digitale Version des Comics erworben, welche lediglich das Standard Coverart besitzt. Die Printausgabe hingegen ist in mindestens 60 verschiedenen Varianten (auf Reddit spricht man gar von ca. 90) erschienen.  Für den geneigten Sammler gibt es also reichlich zu tun!

Das Standard Cover selbst gefällt mir sehr gut! Ich finde, der Künstler hat einen guten Mittelweg zwischen Gemälde- und Comic-Optik gefunden.  Der Stil des Covers spiegelt den des eigentlichen Comics wider. Zwar gefallen wir die aufwändigeren Artworks vieler Comic-Publikationen ebenfalls, die Diskrepanz des Looks zwischen Cover und Inhalt ist mir manchmal dann aber doch etwas zu groß.

Story

Zur Story selbst werde ich hier aufgrund des potentiellen Spoileralarms nicht viel schreiben, außer dass ich sie für sehr ansprechend halte.

Zeitlich ist das Comic zwischen Episode IV & Episode V angesiedelt, ziemlich unmittelbar nach der Zerstörung des ersten Todessterns. Es dauert nicht lange, bis Bewegung ins Spiel kommt, eine langatmige Einführung in das Geschehen hat man sich also erspart.
Bis auf wenige, recht blasse Nebencharaktere hat man es in dieser Erstausgabe ausschließlich mit vertrauten Figuren zu tun. Vielleicht ist man in diesem Punkt etwas zu sehr auf Nummer Sicher gegangen, aber für die Etablierung neuer Figuren bleibt ja schließlich auch noch Zeit in späteren Ausgaben.

Das 48-seitige Comic endet mit einem milden Cliffhanger, der allerdings hungrig auf das folgende Exemplar macht.

Stil

Der Zeichenstil überzeugt durchgehend, wenn auch die Qualität der einzelnen Panels hier und da schwankt (gemessen an den 70er Jahre STAR WARS Comics von MARVEL bleibt sie aber stets auf einem sehr hohen Niveau). Die jeweiligen Protagonisten orientieren sich visuell sehr stark an ihren realen Vorbildern, ohne dabei die zeichnerischen Freiheiten des Mediums Comic vollständig zu verlieren – Realismus, aber eben kein Fotorealismus.

Zum guten Gesamteindruck trägt auch die hochwertige Kolorierung der Bilder bei. Figuren wirken plastisch, Hintergrundelemente gewinnen an Tiefe.

Etwas eigenartig finde ich die stilistische Umsetzung von Lichtschwertattacken, die meines Erachtens nach zu statisch und unaufgeregt wirkt. Wer die Ausgabe vor sich liegen hat, versteht vielleicht, wovon ich spreche.

Habt ihr das Comic schon in Euch aufgesaugt und wie ist Eure Meinung dazu?

Kaufen

Fazit

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Von | 2017-09-22T15:59:39+00:00 15. Januar, 2015|Comics, Konsum, News, Reviews|1 Kommentar

Über den Autor:

Ben ist die musikalische, aber vielleicht auch fragwürdig talentierte Hälfte von Radio Tatooine. Wenn er sein Unvermögen nicht im Podcast selbst zum Besten gibt, schneidet er die Episoden, bastelt willkürliche Jingles oder läuft, seinen Hasbro X-Wing dabei in der Hand haltend, schreiend durch die Gegend.